Nicht jedes vernetzte Gerät braucht eine schnelle Verbindung. Ein Wasserzähler, der einmal täglich wenige Bytes sendet, hat völlig andere Anforderungen als ein Asset-Tracker, der unterwegs regelmäßig seine Position meldet. Für genau solche sparsamen Anwendungen gibt es LPWAN — und im Mobilfunk konkret die beiden Standards NB-IoT und LTE-M.
Was bedeutet LPWAN?
LPWAN steht für Low Power Wide Area Network: Funktechniken, die kleine Datenmengen über große Reichweiten bei minimalem Energieverbrauch übertragen. Das Ziel ist nicht Geschwindigkeit, sondern lange Batterielaufzeit, gute Abdeckung und niedrige Kosten pro Gerät. NB-IoT und LTE-M sind die beiden zellularen LPWAN-Standards, die direkt in den Mobilfunknetzen laufen.
NB-IoT: maximal sparsam, ortsfest
NB-IoT (Narrowband IoT) ist für Geräte gemacht, die sehr kleine Datenmengen senden und an einem festen Ort bleiben. Seine Stärke ist die hohe Gebäudedurchdringung — das Signal erreicht auch Zähler im Keller oder Sensoren tief im Gebäudeinneren. Dafür verzichtet NB-IoT auf Mobilität: Ein nahtloser Wechsel zwischen Funkzellen ist in der Regel nicht vorgesehen.
Typische Einsätze: Strom-, Gas- und Wasserzähler, Umweltsensorik, Parkraumüberwachung, Füllstandsmessung.
LTE-M: mobil und vielseitiger
LTE-M (auch LTE Cat-M1) bietet höhere Datenraten, unterstützt Mobilität mit Zellwechsel und kann sogar Sprache übertragen (VoLTE). Damit eignet es sich für Anwendungen, die sich bewegen oder etwas mehr Daten brauchen — bei weiterhin guter Energieeffizienz.
Typische Einsätze: Fahrzeug- und Asset-Tracking, Wearables, Alarm- und Sicherheitstechnik, Aufzugsnotruf.
Direkter Vergleich
| Kriterium | NB-IoT | LTE-M |
|---|---|---|
| Optimiert für | Kleinste Datenmengen, feste Standorte | Mittlere Datenmengen, auch mobil |
| Mobilität | Eingeschränkt, kein nahtloses Handover | Ja, Zellwechsel möglich |
| Datenrate (Richtwert) | Einige 10 bis ~100 kbit/s | Bis etwa 1 Mbit/s |
| Sprache (VoLTE) | Nein | Ja, möglich |
| Gebäudedurchdringung | Sehr hoch | Hoch |
| Energieeffizienz | Sehr hoch (PSM, eDRX) | Sehr hoch (PSM, eDRX) |
| Latenz | Höher | Niedriger |
| Typische Geräte | Zähler, Sensoren, Parkraum | Tracker, Wearables, Alarme |
Stromsparmechanismen: PSM und eDRX
Beide Standards nutzen dieselben Energiespar-Funktionen. PSM (Power Saving Mode) versetzt das Modul in einen Tiefschlaf, in dem es kaum Strom verbraucht und nur zu definierten Zeiten erreichbar ist. eDRX (extended Discontinuous Reception) streckt die Intervalle, in denen das Gerät auf das Netz lauscht. Gemeinsam ermöglichen sie Batterielaufzeiten von vielen Jahren.
Welcher Standard passt?
Als Faustregel gilt: Steht das Gerät fest und sendet es nur wenig? Dann ist NB-IoT meist die sparsamere Wahl. Bewegt es sich, braucht es mehr Daten oder Sprache? Dann ist LTE-M besser geeignet. Welche Standards tatsächlich nutzbar sind, hängt zudem von der Netzabdeckung vor Ort ab — ein Grund mehr für Multi-Netz-Roaming, das den Zugriff auf mehrere Netze sichert. Für datenintensivere Anwendungen lohnt zusätzlich der Blick auf 5G RedCap.
Unsere M2M-SIM-Karten unterstützen NB-IoT und LTE-M, sofern das jeweilige Netz vor Ort sie bereitstellt.
Häufige Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen NB-IoT und LTE-M?
NB-IoT ist für sehr kleine Datenmengen an festen Standorten optimiert und bietet eine besonders hohe Gebäudedurchdringung. LTE-M unterstützt zusätzlich Mobilität mit Zellwechsel, höhere Datenraten und Sprache. NB-IoT ist die sparsamere, LTE-M die flexiblere Variante.
Kann NB-IoT für bewegte Geräte verwendet werden?
Nur eingeschränkt. NB-IoT bietet in der Regel kein nahtloses Handover zwischen Funkzellen, eignet sich also vorrangig für ortsfeste Geräte. Für bewegte Anwendungen wie Fahrzeug- oder Asset-Tracking ist LTE-M die bessere Wahl.
Gehören NB-IoT und LTE-M zu 5G?
Beide wurden im Rahmen von LTE (4G) standardisiert, sind aber Teil des 5G-Mobile-IoT-Fahrplans und werden in 5G-Netzen weitergeführt. Sie gelten als die etablierten zellularen LPWAN-Technologien für massenhaftes IoT.
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